Moment / Aufnahme

Aus dem Leben

Die Diskussion um die Eheschließung hatte ich bereits häufiger, nicht immer habe ich mich damit beliebt gemacht. Schnell steht man auch in der Ecke „homophob“ und vielleicht noch in ganz anderen, wer weiß.

Jeder der mich kennt, der weiß, dass ich ein Verfechter der Liebe bin und ich häufig im Leben für diese für und eben mit anderen gekämpft habe. Wenn zwei Menschen sich wirklich lieben, ich glaube, sie haben alles Recht der Welt sich das „Ja-Wort“ zu geben. Ich fotografiere auch nicht umsonst so gerne Hochzeiten, eine Goldene musste ich dieses Jahr auslassen, die Arbeit stand im Wege. Leider, ist sie doch ein wenig das romantisierte Ideal miteinander alt zu werden.

Doch was bedeutet Ehe überhaupt? Endlose Liebe? Es wird wohl in jeder Ehe Phasen geben, wo man den Partner erwürgen möchte, die Frage ist, kann man dennoch mit diesem zusammenbleiben? Reicht Liebe als Basis wirklich aus? Das sie blind macht ist nicht die neuste Erkenntnis, Ideen die eigene Liebe mit Kindern wieder auflodern zu lassen sind auch nicht selten. Man ist auf der Suche nach dem, was man verloren hat. Liebe, sie kennt eben viele Formen und die schönste ist die, die eben Blind macht. Der Moment, wo man zum „Drogenjunkie“ wird und doch, auch an diese Dosis gewöhnt sich das Gehirn irgendwann und Stück für Stück baut sich diese Form der Liebe ab. Der Lack blättert, was ist unter diesen? Reicht es, dass man eben auch Willens ist mit dem Partner zusammen zu bleiben?

Ehe ist wie eine Abenteuerreise durch den afrikanischen Kontinent. Man beginnt im Osten am Meer, bewundert einen wundervollen Sonnenaufgang, all diese Energie die in einem lodert. Schritt für Schritt reist man weiter, durch den Dschungel des Lebens, der Wüste des Zusammenseins und wird ab und an in dieser eine Oase entdecken. Wichtig ist, dass man sich an diesen ausreichend stärkt. Noch wichtiger, dass beide diese Oasen auch wahrnehmen und nicht nur für eine Fata Morgana halten. Schaft man den Weg durch diese Wüste, wird man am Ende wieder im Westen am Meer sein, den Sonnenuntergang erleben und weiß, einer von beiden wird am morgigen Tag nicht mehr da sein. Ich glaube, die schönste Form der Liebe und Ehe ist es, wenn man nicht die Dauer der Reise als Maßstab nimmt, sondern den Verlust, der eben bedeutet, man hat dem Weg einen Wert gegeben.

Bis das der Tod euch scheidet heißt eben, dass der Weg wertvoll war und man gemeinsam den Sonnenuntergang erreichte. Ist es aber die richterliche Scheidung, so hat man versäumt den Partner wirklich wertzuschätzen, versäumt Berge gemeinsam zu überwinden, versäumt sich ineinander immer wieder neu zu entdecken und verlernt, die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind, als diese wahrzunehmen und Sex kann eben nicht immer als Grund herhalten, auch wenn er gerne als solche genommen wird. Eingelullt vom Leben, vom Alltag, von der Arbeit und Gewohnheit. Ist man sich der Aufgabe bewusst, dann halte ich ein Eheversprechen für das größte und wertvollste, welches man im Leben geben kann. Sie ist ein Wagnis, daran besteht nie ein Zweifel.

In der Kirche stehen dann viele „vor Gott“, beteuern, sie wollen und werden ein Lebtag zusammen sein und glauben meist nicht einmal an Gott, wie will man dann an den Wert des Schwures glauben? Ist es nicht heute vielfach eher die Romantik denn der Glauben? Der Traum vom weißen Kleid? Vom perfekten Bild einer Hochzeit? Jedenfalls muss diese schöner sein als die von Tante X, Freundin Y oder eben als die meisten anderen. Aber welchen Wert gibt die Feier den Glauben an Liebe und Ehe? Eine schöne Hochzeit mag der Erinnerung dienen, diese fange ich gerne ein, auf Bildern, weil nur diese werden die Emotionen des Tages für die Ewigkeit festhalten. Ein Video hält etwas anderes fest, dessen wird man sich vielleicht Jahre später erst bewusst. Wichtig ist, nicht die Feier, sondern die Gefühle am Tag des Versprechens. Diese können sehr wohl immer wieder ein Stück weit wärmen.

Doch was ist mit dem Standesamt, wo man per Unterschrift ein Versprechen gibt? Ist dies wertlos oder besiegelt man nicht viel mehr, man will zu diesen Menschen halten, weil man ihn als wertvoll betrachtet? Die Eheschließung ist ein Rechtsgeschäft welches mit Willenserklärungen geschlossen wird. So trocken es klingt, so wertvoll ist eben doch. Romantisch? Auch das geht, es ist eine Kopffrage, wie vieles im Leben. Nicht die Mitmenschen, nicht die Eheschließung, sondern der Schwur des Zusammenhaltes ist wichtig. Es ist ein großartiger, wenn man sich diesen eben bewusst der Konsequenzen gibt, es ist keiner, den man auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Doch was ist mit der Ehe selbst? Ich hasse Scheidungen, doch es gibt eben Ehen, wo diese nötig werden. Der Vertrag wird aufgelöst, ein Versprechen stirbt und was bleibt sind Trümmer. Es ist ein grausames Bild und doch sehr realistisch geworden. Doch was waren die Gründe für die Hochzeit, hat man das je im Vorfeld ernsthaft überlegt? Sich eben Zeit gegeben? Kann man selbst behaupten je wirklich ehrlich zum Partner gewesen zu sein und nicht nur zur Rolle, die man meinte einzugehen? Was, und dies im besonderem, tat man den Kindern an? Daran sollte man auch denken, nicht dann, wenn eine Ehekrise längst da ist, sondern jeden Tag aufs Neue. Denn jeden Tag wird man ein wenig sich selbst bekämpfen und besiegen müssen. Zumindest dann, wenn man eine Gemeinschaft und eben nicht eine Diktatur lebt. Wer unterdrückt, der führt keine Ehe. Er erzieht auch nicht.

Ich mag keine Steuervergünstigungen, nicht für Ehepartner. Für Kinder im speziellen ganz klar ja. Diese sollten sogar noch mehr vom Staat gefördert werden. Das war bei mir immer ein Aspekt beim Thema der Homo-Ehen, deshalb landete ich schnell in der Ecke der Gegner, auch beim Punkt Kinder etc. Ich will ganz klar eine Gleichstellung, aber eben auch, dass die Ehe selbst nicht die Steuern senkt und somit zum Grund der Schließung wird. Wenn homosexuelle Paare Kinder adoptieren, so muss selbstredend auch hier gleiches Recht gelten. Aktuell so oder so.

Wie schrieb es Friedrich Schiller so schön:

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“

Freilich vom Pöbel entstellt zum: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch etwas besseres findet“. Wahr ist es auch, nur eben anders. Doch ist ein „besseres findet“ nicht auch ein Indikator des eigenen nichtwählerisch zu sein? Bei der Ehe sei wählerisch! Egal ob Hetero oder Homo, ihr seid beides Menschen, keiner besser oder schlechter, keiner klüger oder dümmer. Gebe nie im Leben ein Versprechen, was du nicht gewillt bist wirklich einzuhalten. Vom Kopf mehr als vom Herzen und dennoch, gebe es vom ganzen Herzen, wenn du es geben tust.

Alle Jahre wieder?

Nein, nein, es sind eher alle 25 Jahre wo es passiert, die Silberhochzeit! Die Besonderheit dieser war für mich, ich war auch bei der Hochzeit 25 Jahre zuvor dabei, am gleichem Ort, viele der gleichen Gäste wie dieses mal und somit eine Wiederholung der besonderen Art!

Silberhochzeiten haben meistens „etwas staubiges“, diese hier hatte einfach mal gute Laune, eine Menge an gesunden Spaß und am Ende einen sehr müden Fotografen. Nicht das mich die Fotografie geschlaucht hatte, eher, war es das stundenlange Tanzen und ein Glück, dass im Anschluss Pfingsten war und meine Beine somit Pause hatten.

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Manche Menschen kennt man für viele, viele Jahre und nimmt es wie selbstverständlich, dass es diese gibt. Doch wo ein Anfang, ist immer auch ein Ende und heute war die Beerdigung meines ehemaligen Chefs. Die Feier war durchaus berührend, nicht zuletzt oder auch vor allem, weil der Pastor der diese hielt ein alter Freund des Verstorbenen und der Familie war. Das rückt alles noch einmal ein Stück weit mehr zusammen und ist emotional ein Stück weit schwerer. 

Nach der Trauerfeier bin ich erst einmal bei herrlichen Sonnenschein spazieren gegangen und hatte dann auch die Idee, die Trauer von heute in Worte und Bilder zu fassen, dies ist das Ergebnis davon:

 

Schreiben? Ja, man schreibt ihr, im Grunde schrieb man ihr zu oft. Wem? Nun, dafür bedarf es vielleicht einer Erklärung und zusätzlich eines vorweg greifen. Nein, ich schrieb ihr nicht zu Ostern. Ich schrieb ihr so oder so viel zu oft und ihre Reaktionen waren so, wie es zu erwarten steht, aber was erwartet man wenn man gerade nicht besonders rational tickt?

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Der Klassiker unter den Neujahrswünschen, meist ist es in guter Laune hinein gefeiert und endet bereits am ersten Tag mit einem Kater, einer gewissen Müdigkeit und manchmal auch Nachdenklichkeit, was denn am gestrigen Abend oder Nacht geschah. Der ein oder andere auf der Welt, der wird in 9 Monaten schlauer sein. 😉

Neujahrswünsche, sie sind so alt wie die guten Vorsätze fürs neue Jahr und genau so oft werden sie bereits nach wenigen Tagen vergessen. Doch jeder Tag ist ein neuer Tag, jeder Tag birgt den Wunsch auf etwas Gutes, auf etwas, was es Wert ist getan zu werden. Nicht der Wunschgedanke am Anfang prägt das, was wir tun, dazu sind wir zu vergesslich und neigen dazu uns nur das Schlechte zu merken. Gutes, Neues, Wichtiges und Sinniges – Alles Dinge die man in einem Moment entscheidet und jeder dieser Momente birgt die Chance, das es ein guter wird. Die Vorsätze sind immer da, sind sie doch bereits alle gedacht und dies seit vielen Jahrhunderten. Der Wunsch aufs Gute, er begleitet uns auch von Tag zu Tag und somit ist das was fehlt einzig unsere Handlung.

Der Vorsatz zu früh, die Handlung zu spät. Dass ist es eher was uns prägt, was wir sind und wie wir handeln. Vielleicht ist der beste Neujahrswunsch vielleicht einfach der, auf das wir niemals müde werden und wachsam, gleichzeitig aber gelassen durch das Jahr kommen. Niemals die guten Dinge vergessen, lernen die schlechten zu verstehen und da, wo wir es können, eben weise in diesem Sinne zu handeln.

So mag es wirklich ein frohes neues Jahr werden! 🙂

Seit über 3 Jahren bin ich bereits bei Stayblue, der ehemaligen OS-Community, die nun ein Teil dessen ist, registriert. Bei guten 200.000 Mitgliedern aus den Raum Osnabrück bleibt es nicht aus, dass früher oder später welche von ihnen sterben. Dies wird intern festgehalten, die Profile „eingefroren“ und so können Freunde „auf ewig“ den Verstorbenen noch schreiben. Selbst beim ersten Fall tauchen noch Einträge auf, etwas, was ich persönlich bewundernswert finde. Einige schreiben nur ein R.I.P. andere eben was sie am Tag erlebten, die nächsten wie sie einen vermissen. Aber alle schaffen sie Ausdruck, einen Ausdruck dessen, was sie wirklich fühlen und wissen lassen wollen. Weiterlesen

Die Basis zu diesem Text? Eine leichte depressive Verstimmung, ein wenig Inspirationsmangel und den habe ich nun seit gefühlten Ewigkeiten. Sie fehlt eben, meine Inspiration, ihr Ärgern, das Mitziehen von ihr. Also, begnügt man sich mit dem was man noch hat und hängt dem hinterher was man verlor. Ein Höhenflug? Es gibt immer eine Ladung, manchmal eine Bruchlandung. Man hasst sich manchmal selbst für seine Dummheit, manchmal die Welt, manchmal die falsche Person und versucht klug zu handeln, handelt aber dumm und weiß das auch.
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