Thowes Blog

Moment / Aufnahme

Zugegeben, jede Kontroverse ist bereits dahingehend spannend, dass sie immer einen Keil in die potentielle Schnittmenge treibt, in welcher man eine Einigung, einen Kompromiss hätte finden können. Meist geht es „ums Recht“, wobei hier Recht oftmals eher eine Ansicht ist und somit zum Konstrukt, zu Absichten mutiert. Was folgt ist die Instrumentalisierung von Gruppen, die Bildung von Streitparteien und somit die Konfliktverstärkung. Betrachtet man die Gruppen weiterhin als Kreise, so erscheinen sie ab nun eher wie aufeinander geprallte Schneebälle, die zuerst auf einem Anhang aufeinander zu rollten und deren Aufprallwucht diese nun auseinander driften lässt. Die allermeisten Menschen betrachten nun die Gruppen, übersehen aber den Keil, es entspricht unserer Natur Partei zu ergreifen. Sei es beim Sport, wo die „eigene Mannschaft“ gewinnen soll, oder eben „die bessere“, wenn man beiden Mannschaften den Sieg gönnt – nur das entspricht unserem Fairness-Gefühl. Bei Konflikten wie in Syrien, der Ukraine oder eben nur solchen in der Nachbarschaft, es gibt immer „Seiten“, oftmals gebildet durch Berichte, die durchaus fremdgesteuert werden können; bewusst oder einfach nur als Selbstläufer z.B. durch Medien. So mögen in Russland eher „die Ukrainer“ als Täter gelten, im Westen schaut es anders aus. Doch was ist die Realität? Schauen wir nun wieder auf die Schneebälle, so entdecken wir, dass die Wucht eine Eigendynamik ausgelöst hat. Der eine Ball rollt über eine breite Schneedecke und wird größer und größer, mutiert nahezu zu einer Lawine. Der andere findet keinen so „fruchtbaren“ Boden und droht alleine durch die Übergröße des anderen zu verblassen, zu schmelzen und vergessen zu werden. Betrachtet man nun einfach den großen Schneeball, so ist dessen „Ansicht“ in einem demokratischen Sinne, eben als Sieger sogar legitim, dies bedingt aber nicht, das der Sinn gerecht ist.

Ich neige nicht dazu Friedrich Nietzsche zu zitieren, dennoch, an dieser Stelle gibt ein Zitat von ihm einen sehr guten Übergang: „Es ist nicht der Kampf der Meinungen, welcher die Geschichte so gewalttätig gemacht hat, sondern der Kampf des Glaubens an die Meinungen, das heißt der Überzeugungen.“

Glauben ist ein gefährliches Pflaster, meist wird dieser engstirnig in einem religiösen Kontext betrachtet. Ein Grund, dass ich nur zu gerne in Atheisten gläubige Fundamentalisten entdecke, freilich, weil ich mich losgelöst auf Denkstrukturen konzentriere und nicht auf die geprägten oder gebildeten Überzeugungen. Inhalt im Sinne von Überzeugungen ist bedingt wertlos und definiert ohne „mathematischen Beweis“ immer nur eine Meinung. Der Grund, dass sich das Bild der Justitia im Laufe der Geschichte wandelte, sie wächst als Bildnis mit der Zeit, mit dem Fortschritt, mit unseren Errungenschaften die absolut schutzwürdig sind. Für den Mob ist Justitia heute noch blind, wie einst im Mittelalter in dem Sinne, dass sie Recht nicht sieht. Die Blindheit soll und muss aber immer den Streitparteien gelten, ansonsten ist wahres Recht wertlos und Rechtsprechung unmöglich. Kompliziert wird es immer bleiben.

Blind werden, dass heißt fair werden. Als Mensch schreiten wir aber mit offenen Augen blind durchs Leben und was als Widerspruch erscheint, dass wird zur Bestätigung. Gerechtigkeit bleibt eine Rose mit vielen Dornen, bleibt zu hoffen, dass wenigstens wenig Blut an diesen klebt.

Derweil erfreue ich mich weiterhin an der Blindheit der Masse, zu der ich ebenso gehöre. Ab und an ausbrechen ist der einzige Weg eine faire Meinung zu finden, sich in der breiten zu finden ist derweil bequemer. Aber liebe Marie, wir wissen beide als was du die öffentliche Meinung bezeichnet hast!

Seltsam, der Tod von Anja Niedringhaus nimmt mich ein wenig zu sehr mit. Keine Ahnung ob es daran liegt, dass ich einige Freunde aus Afghanistan habe und weiß. wie sehr dieses Land leidet. Keine Ahnung ob es daran liegt, dass die Fotografie auch ein Teil meines Lebens ist. Ich weiß nur eines: Auch wenn das Licht der Sonne nicht mehr den Zauber ihrer Fotos erleuchten kann, so möge das Licht der Liebe derer, die um sie trauern, auf ewig ihres an Leben erhalten. Ruhe in Frieden Anja! 🙂

Im Gestrüpp des Glaubens fein,
stellt dir dein Wissen gern ein Bein.
So schaust du, denkst: ich finde wieder,
doch verloren, Wissen, Geist, es legt sich nieder.

Die Wege des Denkens, sie gleichen Kreuzungen,
die Dornen des Lebens, sie bescheren Verletzungen.

Doch im Gestrüpp des Wissens rein,
findet sich der Glauben immer fein.
Du denkst: nicht alles muss ich wissen!
Und merkst: so lebst es sich nicht verbissen!

Wer enthüllt die Wahrheit ist nicht dumm,
wer nicht denkt, der tut kein Wissen kund!
Denn Wissen ist meist nur ein Glaube,
so hörst du genau so gut wie der Taube.

Das Geschwitscher der Gedanken lägst erfasst,
ein Vogel in seines Gesanges Pracht!
So verstumme und begreife zu entwirren,
nichts enthüllt sich nur durch stieren!

Noch eine Woche und es ist Totensonntag. Sie musste sich sputen um das Grab noch fertig zu bekommen. Früher hatte noch ihre Mutter dies getan, doch sie war nun im Altersheim und so blieb es an ihr, neben der Arbeit und den ganzen anderen Stress auch noch das Grab zu machen. Das ging nur am Sonntag, die anderen Tage hatte sie nicht die Zeit die Fahrt auf sich zu nehmen und nun war es bereits spät, nur noch wenige Minuten und sie würde kaum noch genug sehen können, als das sie fertig werden würde. Viel war es nun nicht mehr, nur noch abdecken, die Laterne auf dieses stellen und sie hatte es geschafft. Weiterlesen

Eine Geschichte, für jemand speziellen geschrieben und somit auch ihr gewidmet:

Ein Trainer hatte zwei wirklich gute, ähnlich schnelle Sprinter. Wie man die beiden auch betrachtete, sie waren sich sogar vom Körperbau her ähnlich und aus der Ferne hätte man sie sogar für Brüder halten können. Wie nahezu jeden Tag trainierten sie, stärkten den Körper und taten alles um ihre Geschwindigkeit noch ein wenig zu erhöhen. Im Wettkamp entschied eben immer, wer die entscheidenden Millisekunden schneller war. Weiterlesen

Des Rosen-Herz

An einem November Morgen,
verborgen im frühen Tag,
lag eine Rose verloren,
gebettet, wie sonderbar.

Was mag der Rose fehlen,
kein Gedanke so nah,
was mag der Rose Regen,
wie der Sonne Strahlen wahr.

Ach kleine Rose-Mühen,
deine Wurzeln noch fest,
einst Knospen Blühen,
nun im Dunklen Nest.

So mag der Sommer warten,
welch Strahlen, welch Glanz,
im Winter nur verwahren,
den Frühlings Blühen Tanz.

So schaue auf des Rosen Grau,
verdorrt und doch so Stark,
mag sie erblühen im frühen Tau,
Stacheln, und doch behutsam Zart.

Die Sonne grüßt ihr Strahlen,
so sanft das rote Rosen-Herz,
mag dieses deines stahlen,
im Lächeln, des Lippen Vers.

Ob ich dich je liebte? Um ehrlich zu sein, ich fand dich schon ein wenig unförmig, manchmal auch ein wenig kalt, aber eben verdammt noch mal richtig heiß. Ich wollte auch nie über Gefühle sprechen, darum ging es mir ja auch gar nicht, alles was ich wollte, war dich zu spüren. Immer wenn ich heimgekommen bin, da war da der Wunsch nach dir. Nicht weil ich Sehnsucht hatte, eher, weil es mir um diese Hitze ging. Ich gebe ja zu, ich habe nie etwas für dich getan, wenn ich auch schon ab und an das Bedürfnis hatte dich zu umarmen, aber die meiste Zeit des Jahres warst du mir egal. Das muss ich einfach mal sagen, weil ich glaube, diese Ehrlichkeit ist angebracht. Angemacht, dass gebe ich gerne zu, habe ich dich nur zu gerne, du warst einfach so verdammt schnell heiß. Irgendwie ist da aber im Mai oder Juni, ich weiß es nicht mehr so genau, etwas zwischen uns getreten. War es der Sommer? Die knappe Kleidung der ganzen Frauen um mich herum? So sicher bin ich mir da nicht, aber ich möchte dir eines sagen, eines, bevor wir uns bald wiedersehen: Ich kann mir kein Leben ohne dich vorstellen, Menschen kommen und gehen, Liebe ist so oft auch nur ein Spiel auf Zeit, aber das, was uns verbindet, dass ist etwas ganz anderes, etwas schlichtes: Eine Abhängigkeit, denn ich brauche dich, ich will dich und ich werde dich und deine Wärme bald wieder spüren. Liebe Heizung, du bist treu und ich brauche dich, ich spüre es gerade, bald sind wir wieder vereint.

Teil 1 – Vorweg zu wissen

Wir haben Sie irgendwie größer erwartet

Ist der Titel eines Buches von Tom Holt, ein eher unbekannter Autor, mit sehr speziellen Humor und jemand, der sehr englisch mit Weltliteratur und vor allem auch Göttern umgeht, die er mit „Auch Götter sind nur Menschen“ schon einmal in den Seniorenwohnsitz Sonnenblick verfrachtet, ob nun Expecting Someone Taller oder Odds & Gods, beide Titel passen auch hervorragend zur E-M5, um die es hier geht. Warum diese Anspielung auf die Götter? Olympus ursprünglicher japanischer Firmenname Takachiho Seisakusho bezieht sich auf den Berg Takachiho des vulkanischen Kirishima-Gebirges und in Anlehnung der japanischen Mythologie, dass auf diesen die Götter wohnen, wurde für den Weltmarkt der Olymp für die Namensgebung verwendet. Weiterlesen

Auch ein Gedicht, was ich vor kurzem wiederfand. Irgendwie lesen sich nun die letzten Beiträge zwar ein wenig negativ im Sinne eines Vergleichs Tod vs. Leben, aber sie sollen viel mehr an den Wert jeden einzelnen Lebewesens erinnern. Alles was lebt ist wertvoll und jeder Mensch ist dies ebenso. Wenn ich könnte, dann würde ich das Leid, global und als Konstrukt betrachtet, von der Welt entfernen, aber das kann ich nicht. Auch Leid ist ein Bestandteil des Lebens und für nicht wenige Menschen ebenso das eigene, emotionale Leid. Ich bewundere die Menschen, die jeden Tag sich durch den Alltag kämpfen und beneide die, denen das kein Problem bereitet. Das Werk ist aber denen gewidmet, die am Ende eines Kampfes stehen und vielleicht mit unter 20 längst alt sind. Mögen sie dennoch noch sehr lange leben!

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